Analyse der Baugenehmigungszahlen

Analyse der Baugenehmigungszahlen

Veröffentlicht am 1. Januar 2019

„Trotz steigender Baugenehmigungszahlen ist ein Ende der Wohnungsknappheit nicht absehbar. Mehrere Indikatoren lassen zudem befürchten, dass der Anstieg nur von kurzer Dauer sein könnte. Mit kosmetischen Korrekturen kann die GroKo hier keine Trendwende herbeiführen“, kommentierte BFW-Präsident Andreas Ibel die jetzt vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen von Januar bis September 2018. Demnach wurde in diesem Zeitraum der Bau von 233.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei seiner Prognose verwies Ibel auf die aktuelle Konjunkturumfrage unter den BFWMitgliedsunternehmen. Diese sind für rund 50 Prozent des Wohnungsneubaus in ganz Deutschland verantwortlich. „Fast 60 Prozent der Befragten haben festgestellt, dass sich die Rahmenbedingungen für den Neubau im letzten Jahr weiter verschlechtert haben. Die größte Hürde ist (97 Prozent) die fehlende Verfügbarkeit von Baugrundstücken.” Auch die administrativen Hürden sind laut den Befragten im vergangenen Jahr noch größer geworden. Dabei führt jeder zweite die zeitaufwendige, bürokratische Kommunikation mit den Behörden in Verbindung mit sehr langen Planungs- und Genehmigungsverfahren auf.

Daneben wird der Mangel an Baukapazitäten zum immer größeren Hemmnis für den Wohnungsneubau. Rund drei Viertel der Befragten empfinden es derzeit schwierig, auf dem Markt freie Kapazitäten – etwa Fachplaner und Baufirmen – zu finden. Ibel: „Hier zeigt sich: Sowohl die Immobilien- als auch die Bauwirtschaft benötigen dringend stabile und langfristige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, damit sie die notwendigen Investitionen in die Ausbildung von Nachwuchs vornehmen kann.“ Mit den unrealistischen Fördergrenzen bei der Sonderabschreibung habe die GroKo jedoch eine Chance vertan, einen Impuls für mehr Neubau zu setzen. „Was wir für eine wirkliche Trendwende bei den Baugenehmigungen brauchen, ist der klare politische Willen für mehr Neubau – und zwar bei Bund, Ländern und Kommunen.“ „Jetzt müssen mehr Bauflächen aktiviert, die Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt und der Vorschriftendschungel gelichtet werden. Nur so erhalten die Investoren und Bauträger jene Planungssicherheit, die sie für Investitionen in den Neubau brauchen!”

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