Altbau – so geht es preiswerter

Veröffentlicht am 1. Oktober 2019

Handwerklich Begabte können sparen, indem sie mitrenovieren. (Foto: Einhell/BHW Bausparkasse)

Die wenigsten Deutschen wohnen in einem Neubau - neu errichtet werden pro Jahr auch nur rund 130.000 Gebäude. Die Zahl der Bestandsimmobilien hingegen beträgt 20 Millionen. Der Modernisierungsbedarf dieser gebrauchten Häuser ist entsprechend enorm. Je älter ein Gebäude, desto umfangreicher ist meist auch seine Sanierung. Doch an vielen Stellen lässt sich sparen: Eigentümer von Wohnungen oder Reihenhäusern sollten zuerst prüfen, für welche Modernisierungen sie selbst beziehungsweise die Eigentümergemeinschaft zuständig ist.

„Wenn z.B. der Austausch einfachverglaster Fenster Gemeinschaftssache ist, sollte man sie nicht vorschnell auf eigene Rechnung erneuern, denn ohne gemeinsamen Beschluss, hat man keinen Anspruch auf Kostenerstattung“, gibt die BHW Bausparkasse zu bedenken.

Baumaterial gebraucht kaufen

Das Baumaterial kann man auch gebraucht kaufen, zum Beispiel online über verschiedene Verkaufsplattformen. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch umweltschonend. Wer stilgerechtes Baumaterial sucht, um damit zum Beispiel fehlende oder beschädigte Dachpfannen zu ersetzen, tut auch etwas für die Umwelt. Und: Es muss nicht immer gleich das komplette Dach neu gedeckt werden. Doch Vorsicht, die Materialwahl sollte man vor der Bestellung mit den Handwerkern abstimmen. Viele Betriebe übernehmen keine Garantie bei der Verarbeitung von recyceltem Material.

Reparieren statt wegwerfen

Auch alte Haustüren entsprechen zwar oft nicht dem heutigen Standard, weil sie weder gedämmt noch besonders einbruchsicher sind. Stilecht sind sie allemal und das Reparieren kommt immer stärker in Mode. Bevor man 2.000 bis 4.000 Euro für eine neue Holztür ausgibt, kann man besser einen Tischler fragen, ob er das gute Stück nachrüsten kann. Auch ausgetretene Treppen müssen nicht immer gleich ersetzt werden – solange die Statik intakt ist, können sogenannte Renovierungsstufen aufgesetzt werden. Fördergelder beantragen Wenn man ein Gebäude energetisch sanieren will, übernimmt der Staat einen Teil der Modernisierungskosten. Je energieeffizienter das Haus, umso höher auch die Förderung. Zuschüsse und Kredite gibt es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Bundesländer bieten weitere Sanierungsprogramme an, die sich in der Regel damit kombinieren lassen. Voraussetzung ist meist eine Energieberatung, über die auch die Beantragung der Fördergelder erfolgen muss.

Prioritäten setzen

Was ist dringend und was kann noch warten? Die entscheidenden Maßnahmen sollten bestmöglich und unverzüglich ausgeführt werden. Doch dort, wo sich zu einem späteren Zeitpunkt leicht noch etwas verändern lässt, besteht zunächst Sparpotenzial. An einem undichten Dach aber, muss sofort etwas gemacht werden, die formschöneren, doch teureren Türklinken hingegen kann man auch noch später anschaffen. Keinesfalls sparen sollte man bei Investitionen für mehr Energieeffizienz: Die Erneuerung der Heizung oder Maßnahmen zur Dämmung von Dach und Außenwand zahlen sich immer aus.

Eigenleistungen klug planen

Handwerklich talentierte Eigentümer können je nach Sanierungsumfang durch Eigenleistungen viel Geld sparen. Vorausgesetzt, sie schätzen ihre Fähigkeiten realistisch ein. Denn Fehler können zu teuren Verzögerungen oder Mängeln führen. Möglich ist es aber, unter sachkundiger Führung der Fachleute bei der Sanierung mit Hand anzulegen. Auch nachträglich lässt sich beim Hausbau oder einer Modernisierung noch sparen: Bis zu 20 Prozent der Handwerkerkosten können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, immerhin bis zu 1.200 Euro pro Jahr. Damit sich die Arbeiten nicht in die Länge ziehen und Mehrkosten entstehen, suchen Sie sich Handwerker, die mit anderen Gewerken vernetzt sind. So läuft es dann reibungsloser.

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