Fuge ist nicht gleich Fuge

Veröffentlicht am 4. Januar 2022

Dehnfugen dienen beim Bau zur Aufnahme von Bewegungen des Gebäudes. Sie müssen sich den unterschiedlichen Wetterverhältnissen anpassen.

Pilzsporen sind ein natürlicher Teil unseres Lebens. In der Regel stellen sie jedoch keine Gesundheitsgefahr dar und führen nur in den seltensten Fällen zu einem die Gesundheit gefährdenden Schimmelbefall. In Bädern finden Schimmelsporen jedoch ideale Bedingungen vor, denn sie fühlen sich in dem feuchten Milieu besonders wohl. Hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnde Belüftung sorgen dafür, dass Pilzsporen sich ungehindert verbreiten können.

Während Schimmel in Mörtelfugen meist eher oberflächlich und leichter zu entfernen ist, kann er bei Silikonfugen schwieriger zu beheben sein: Das weiche, elastische Material wird gerne zur Abdichtung verwendet – von Fenstern, Duschtassen, Badewannen, Waschbecken oder WCs. Es lässt sich einfach verarbeiten und passt sich auch dann an, wenn die abgedichteten Elemente sich setzen oder geringfügig verschieben. Gerade durch diese Flexibilität ist Silikon jedoch auch sehr anfällig für das Eindringen von Wasser und Pilzsporen. Sie nutzen kleinste Ritzen und Spielräume, um ins Material vorzudringen und sich einzunisten. Auf diese Weise kann der Schimmel das Dichtmaterial im Laufe der Zeit zerstören. Deshalb gilt grundsätzlich: Wenn eine Fuge bereits beschädigt ist, also Risse oder Löcher aufweist oder sich löst, reicht einfaches Reinigen nicht mehr aus – hier ist eine professionelle Sanierung der Fliesenfugen notwendig. Dazu beauftragen Sie am besten eine Fachfirma.

Wie gefährlich ist Schimmel?

Schimmelpilze gibt es überall in der Natur. Ihre Sporen fliegen durch die Luft und sind für gesunde Menschen zunächst unproblematisch. Werden sie in hoher Konzentration eingeatmet, können sie jedoch zu Beschwerden in den Atemwegen führen. Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit, sie wachsen bevorzugt auf Flächen, die dauerhaft feucht sind. Innenwände von intakten Wohngebäuden sollten daher stets trocken sein. Bildet sich dennoch Schimmel, muss die Ursache für die feuchte Wand ermittelt werden. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
• undichte Stellen oder Risse, durch die Wasser von außen eindringt
• mangelhafte Isolierung (Wärmebrücken)
• defektes Wasser- oder Abwasserrohr
• zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum

Neubau und Keller

In neu gebauten Häusern steckt noch viel Feuchtigkeit in den Wänden, gleichzeitig sind die Gebäude besonders luftdicht. Bis sie völlig durchgetrocknet sind, dauert es mehrere Jahre. In dieser Zeit muss besonders häufig gelüftet werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Baudehnfugen

Fassadenfugen sind Fugen im Hochbau, die nach der Regel der DIN 18540 abgedichtet werden. Sie dienen zur Aufnahme bau-licher Bewegung und müssen den Anforderungen bei den unterschiedlichen Wetterverhältnissen gerecht werden. Dies kann je-doch nicht auf unbeschränkte Zeit garantiert werden.
Bitte beachten Sie, wie bei allen anderen Dichtstoffen auch, dass in regelmäßigen Zeitabständen der Dichtstoff überprüft und gegebenenfalls erneuert werden muss, um Folgeschäden zu vermeiden. Fachwerkhäuser sind schön anzusehen, doch zwischen Balken und Klinker treten meist feine Risse (Haarrisse) auf. Durch diese Risse kann ungehindert Feuchtigkeit eindringen und ein Wasserschaden ist vorprogrammiert. Um diesen Wassereintritt zu verhindern, ist es sinnvoll, die Fuge zwischen Balken und Klin-ker mit einem elastischen Dichtstoff zu schließen. Der elastische Dichtstoff nimmt die unterschiedlichen Bewegungen der Bauteile auf und verhindert so ein Reißen der Fuge.

Anzeige

Mehr aus Queerbeet