Stellungnahme zu aktuellen Themen

Veröffentlicht am 1. Dezember 2019

BFW-Geschäftsführer David Jacob Huber vom Landesverband Niedersachsen / Bremen. (Foto: BFW)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Immobilienfreunde, nun ist sie da, die „stille“ Zeit, die Advents- und Weihnachtszeit. Es ist ein Fest der Lichter, wie man unschwer erkennen kann, wenn man in den Abendstunden unterwegs ist. Ich mag es, wenn Menschen ihre Häuser und Gärten liebevoll und oft mit ganz viel Hingabe weihnachtlich schmücken und beleuchten. Ich mag den Duft von Glühwein und Lebkuchen auf den Weihnachtsmärkten, ja ich mag auch die Musik, die jetzt auf vielen Sendern im Radio gespielt wird.

Eigentlich, so war es früher, ist die Adventszeit eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, eine Zeit der Einkehr und eine Zeit der Familien. Aus meiner Jugendzeit in den österreichischen Alpen kenne ich das so, dass nun das Vieh von den Almen und Weiden wieder zuhause im Stall ist und die Bauern sich nun hauptsächlich auf dem Hof aufhalten und die dort notwendigen Arbeiten verrichten.

Auf den Baustellen wurde aufgrund des eisigen Frostes und des Schneefalles nicht mehr gearbeitet und viele Bauarbeiter begaben sich dann in die Skigebiete, um dort für die Wintersport-Touristen da zu sein. Heute ist das alles viel anders. Gerade jetzt beginnt für viele eine unglaublich dynamische Zeit: Unsere Innenstädte werden von kaufwilligen Konsumenten gestürmt, die Paketdienste fahren Sonderschichten und die meisten Menschen stürzen sich freiwillig in eine unglaubliche Hektik.

Viele Fragezeichen zum Jahreswechsel

Auch in der Politik tut sich Vieles: Gerade haben die SPD und die AfD ihre neuen Parteivorstände gewählt und nun stehen richtungsweisende Veränderungen an. Wohin wird das Land steuern? Wird die SPD nun aus der GroKo aussteigen und Neuwahlen erzwingen? Welche Szenarien werden uns dann erwarten? Spanische Verhältnisse, die dazu führen, dass es zu keiner Bildung einer neuen Regierung kommen wird? Oder wird unser Land weiter in die Zange der rechten und linken Parteien genommen und die bürgerlichen Lager weiter ausgeblutet?

Mit Sorge schauen wir nach Berlin, wo nach dem nun beschlossenen verfassungswidrigen Mietendeckel zurzeit Milliardenschäden entstehen. Der Wohnungsmarkt in der Hauptstadt wird in eine Richtung gehen, die gerade denjenigen Schaden zufügen wird, für die dieser eigentlich gedacht war. Viele kleine und mittelständische Unternehmen werden in Existenznöte, wenn nicht sogar in die Pleite getrieben. Gerade im Handwerk, das der bestimmende Motor für die regionale Wirtschafts- und Beschäftigungssituation ist, geht es nun steil bergab.

Vor einem halben Jahr noch gab es in Berlin viel zu wenig Handwerker, die die Bauvorhaben im Neubau und in der Bestandssanierung ausführen konnten. Nun, nach dem verfassungswidrigen Beschluss des Berliner Senates, haben fast alle Unternehmen, Genossenschaften und sogar kommunale Wohnungsunternehmen ihre Bauvorhaben gestoppt bzw. auf Eis gelegt und Aufträge an die Bau- und Handwerksunternehmen zurückgezogen. Das bedeutet, dass die Zahl der beschäftigungslosen Menschen in Berlin ansteigen wird und ein Teil dieser Menschen durch die finanziellen Einbußen an den Rand der Gesellschaft oder in den Ruin getrieben. Über die volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Folgen traut sich momentan keiner mehr nachzudenken.

Die Adventszeit ist aber auch immer eine Zeit, um zurückzuschauen und eine Bilanz zu ziehen: Der BFW-Landesverband Niedersachsen/ Bremen blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Wir haben viel bewegt und an der Gestaltung vieler Vorhaben mitgewirkt. Nach dem erfolgreichen „Bündnis für bezahlbares Wohnen in Niedersachsen“ im Jahr 2018 ging es nun darum, die Ergebnisse und Beschlüsse auszuwerten und umzusetzen. Als erstes wurde die Wohnraumförderung in Niedersachsen auf neue Beine gestellt und die Förderrichtlinien aktualisiert. In vielen Punkten wurden auch die Vorschläge des BFW eingearbeitet – so wurden z.B. die Wohnraumgrößen flexibilisiert, was besonders beim Bau von barrierefreien oder rollstuhlgerechten Wohnungen nötig war. Wir freuen uns sehr, dass diese Förderung nun auch von den privaten Wohnungsunternehmen angenommen und abgefordert wird.

Der deutlich langwierigere Teil ist die notwendige Überarbeitung und Anpassung der NBauO. Eine zentrale Forderung des Bündnisses war ja die Beschleunigung der Digitalisierung und vor allem die Einführung des digitalen Bauantrages. Das liest sich sehr einfach, aber in den verschiedenen Arbeitsgruppen hat sich herausgestellt, wie kompliziert und umfangreich die Verfahren und Prozesse sind und sein werden. Mehrere Arbeitsgruppen beschäftigen sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Thema. Dazu wurde u.a. das BIM-Cluster Niedersachsen gegründet. Der BFW ist eines der Gründungsmitglieder und stellt nun über ein Mitgliedsunternehmen auch einen „Bauantrags-Dummy“ – ein digitalisiertes virtuelles Projekt – zur Verfügung, um die Verfahrensprozesse bereits im Vorfeld zu testen und so Fehler zu vermeiden.

Auch die SIPA (Sicherheitspartnerschaft im Städtebau) wurde erfolgreich weitergeführt und es konnten viele interessante Projekte mit dem Qualitätssiegel für sicheres Wohnen ausgezeichnet werden. Neu auf der Agenda sind nun auch die Klimapolitik und die Klimaagenturen, wo wir als aktives Mitglied in den verschiedenen Arbeitskreisen aktiv mitgestalten.

In Bremen war unsere Arbeit im ablaufenden Jahr in erster Linie durch die Wahlen incl. der vielen Gespräche mit den Kandidaten zur Bremischen Bürgerschaft gekennzeichnet. Dazu haben wir ein Positionspapier mit den Kernpunkten des BFW zu einer erfolgreichen Bau- und Wohnungspolitik verfasst und den Politikern zur Verfügung gestellt. Nun geht es nach der ersten Findungsphase der Koalition in die Arbeitsphase. Das „Bündnis für Wohnen in Bremen“ hat seine Arbeit aufgenommen und in einer ersten Sitzung wurden die Eckpunkte der zukünftigen Bremer Wohnbaupolitik bereits vorgestellt und ausführlich diskutiert.

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr

Für den BFW selber war das Jahr 2019 auch sehr arbeitsreich und gleichzeitig auch erfolgreich: Mit 9 Veranstaltungen in verschiedenen Formaten und über 1.000 Teilnehmern haben wir eine neue Höchstzahl erreicht. Was uns aber ganz besonders freut, ist der Zuwachs an Mitgliedern im Verband. 13 Unternehmen haben sich dafür entschieden, Mitglied in unserer starken Gemeinschaft zu werden, bestehend aus Wohnungswirtschaft, Politik, Verwaltung aber auch Industrie. Mit einem Wachstum von über 17% sind wir der erfolgreichste Landesverband im Kreis aller BFW-Landesverbände und haben nun auch die „rote Laterne“ in einigen anderen Bereichen abgegeben.

So blicken wir heute auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, schauen aber auch voller Erwartung nach vorne. Wir freuen uns auf all die Unternehmen, die sich in den kommenden Wochen und Monaten als Mitglied dem BFW-Landesverband Niedersachsen/Bremen anschließen werden. Wir freuen uns aber auch auf 4 Bau- WEGund Mietrechtsseminare, auf 2 Bauträgertage und viele andere interessante Veranstaltungen in Bremen und Niedersachsen, die wir schon jetzt im Terminkalender 2020 rot notiert haben – und darauf, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Damit verbleibe ich mit weihnachtlich-besinnlichen Grüßen und den besten Wünschen für Sie, Ihre Familien und Mitarbeiter. Kommen Sie gut durch die Weihnachtszeit und starten Sie erfolgreich mit uns ins neue Jahr 2020.

Ihr
David Jacob Huber
BFW-Geschäftsführer Landesverband Niedersachsen / Bremen

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