Was bringt 2020 für den Immobilienmarkt?

Veröffentlicht am 1. März 2020

(Foto: Bauland Report)

Die gute Nachricht vorweg: Die Stimmung des Trendbarometers ist optimistisch - der deutsche Immobilienmarkt gilt bei den Experten nach wie vor als attraktiv. Wie sich der Markt in den kommenden Monaten entwickeln wird, hängt laut Umfrage der Berlin Hyp AG wesentlich vom Zinsnive-au ab: 28 % sahen dies als wichtigsten Faktor an, gefolgt von den politischen Rahmenbedingungen (22 %) und der Kaufpreisentwicklung (18 %).

Gar nicht gut kommt der geplante Mietendeckel in Berlin an: 39 % der Umfrageteilnehmer sehen im Mietendeckel kein geeignetes Instrument für mehr soziale Gerechtigkeit. Lediglich 2 % würden diese Frage eindeutig bejahen. Auch eine bundesweite Anwendung des Mietendeckels stößt mehrheitlich auf Skepsis: 63 % der Befragten sehen in ihm kein geeignetes Model für andere deutsche Großstädte.

Fakt ist: In nahezu allen deutschen Großstädten fehlt es an Wohnraum. In Berlin liegt die Nachfrage aktuellen Schätzungen zufolge bei mehr als 130.000 zusätzlichen Wohnungen. Dem steht ein viel zu kleines Angebot gegenüber und der jährliche zusätzliche Bedarf wird aktuell nur zu weniger als drei Viertel durch Neubau gedeckt. Statt einem Mietendeckel, befürworten Experten daher vor allem eine deutlich vermehrte Bautätigkeit (165 Nennungen), weniger Bürokratie (122) und die Schaffung neuer Anreize und Förderungen (81).

Die Wohnungsnot in den Zentren könnte sich für kleinere Kommunen positiv auswirken: 51 % der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass Klein- und Mittelstädte die Gewinner der Urbanisierung sein werden. Denn diese Städte punkten mit guten Bildungseinrichtungen, einem guten Mix an Gewerbe und viel Lebensqualität. Insbesondere Metropolregionen mit Wohnlagen in der Nähe zur Großstadt und guter verkehrstechnischer Anbindung (ÖPNV) werden zunehmend eine Option für junge Familien und Menschen, denen das Leben im Zentrum zu teuer geworden ist.

Ein klares Votum: 69 % der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass Smart-Building-Technologien die Bauindustrie revolutionieren. Mit dem „Building Information Modeling“, kurz BIM, können Fehler beim Bau verhindert und eine Zeitersparnis während des Bauprozesses von bis zu 50 % erreicht werden. Gleichzeitig wird jedoch kritisch gesehen, das Immobilienunternehmen immer noch zu wenig in die Digitalisierung investieren, z.B. zur Verbesserung von Geschäftsprozessen. 51 % der Umfrageteilnehmer finden, dass es bei Trends, wie der elektronischen Erhebung und Auswertung von Daten, Automation und Vernetzung, noch ein großes Aufholpotenzial gibt.

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