Wie heizt Niedersachsen?

Veröffentlicht am 1. Dezember 2019

Der Gebäudereport KOMPAKT 2019 steht zum Download kostenfrei bereit. (Foto: dena)

Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung fordert für den Gebäudesektor eine nötige Treibhausgasminderung von 66 bis 67 Prozent gegenüber dem Jahr 1990, so dass im Jahr 2030 noch maximal 72 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente ausgestoßen werden dürfen. Diese Einsparung bezieht sich auf Treibhausgas-Emissionen aus Brennstoffen, die vor allem im Gebäudesektor zum Einsatz kommen.

Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2018 die Emissionen bei 117 Mio. Tonnen CO2 Äquivalenten lagen und diese somit seit 2005 nur um 37 Millionen Tonnen abgesenkt wurden, wird deutlich, dass jetzt schnell wirksame Maßnahmen ergriffen werden müssen, um signifikante Fortschritte bis zum Jahr 2030 zu erzielen. Schließlich muss in diesen verbleibenden 12 Jahren der Ausstoß um weitere 45 Millionen Tonnen vermindert werden. Dazu muss einerseits der Bedarf an Wärmeenergie in Gebäuden deutlich gesenkt werden, andererseits ist die Energie zukünftig so weit als möglich CO2-frei zur Verfügung zu stellen. Neben den nötigen Maßnahmen zur Dämmung der Gebäudehülle für die Absenkung der Energiebedarfe, richtet sich der Blick besonders auf die Art der Heizungsanlagen, die ebenso CO2-frei werden müssen.

Niedersachsen: 65 Prozent nutzen Erdgas

In Niedersachsen, das zeigt die Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), die Ende September 2019 vorgestellt wurde, werden gut 65 Prozent der rund 2,2 Millionen Wohngebäude mit Erdgas beheizt. Das ist der höchste Wert im Bundesvergleich. Nur Sachsen-Anhalt hat einen ähnlichen Wert, die anderen Bundesländer liegen zumeist zwischen 30 und 40 Prozent. Entsprechend liegt Niedersachsen bei den Ölheizungen bei vergleichsweise niedrigen 18 Prozent, womit die Diskussion um das Verbot von Ölheizungen ab dem Jahr 2026 nicht die Dynamik hat, wie vielleicht in anderen Bundesländern.

Das heißt aber auch, dass in Niedersachsen fast 85 Prozent aller Heizungsanlagen noch mit fossilen Brennstoffen beheizt werden! Da sich jedoch abzeichnet, dass die Bezugspreise für Gas und Öl im Zuge der anstehenden CO2-Bepreisung ab dem Jahr 2021 konstant steigen werden, ist ein Umdenken und Umlenken bei der Art der Heizungsanlagen in Wohngebäuden dringend geboten. Diese Notwendigkeit spiegelt sich auch in den Zahlen des aktuellen Gebäudereports der dena sowie des Wärmemonitors des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) wider, nach denen der Heizenergiebedarf in Deutschland seit dem Jahr 2010 stagniert bzw. sich für Zwei- und Mehrfamilienhäuser sogar erhöht hat. Umso wichtiger ist es, dass sich die Wärmepumpe als Heizungsanlage noch stärker verbreitet. Dafür hat die KEAN jüngst einen Informationsflyer für Kommunen und Bauherren erstellt, der einen ersten Überblick über die Technologie und die Einsatzmöglichkeiten gibt.

Clever heizen in Niedersachsen

Die KEAN hat gemeinsam mit ihren vielen regionalen Partnern, der Verbraucherzentrale sowie den beteiligten Energieberatern sehr viel für die Verbesserung der Information und Beratung geleistet. In diesem Herbst wurde die mittlerweile 10.000ste Heizungsberatung „clever heizen!“ in Niedersachsen durchgeführt. Eine bemerkenswerte Zahl – doch angesichts der aktuellen Untersuchungen ist sie mehr Aufforderung als Ruhekissen, noch mehr in eine bessere Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Stärkung der Energieberatung zu investieren – was schließlich auch im Klimaschutzprogramm 2030 so vorgesehen ist. Dabei soll zunehmend der Einsatz erneuerbarer Energien im Fokus stehen, damit die CO2-Emissionen auch wirklich signifikant gesenkt werden können.

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