Wohnungsneubau – mehr Einfamilienhäuser

Veröffentlicht am 4. Januar 2022

Musterhausparks, wie die FertighausWelt Hannover, sind „erste Adressen“ für angehende Baufamilien. Foto: BDF / Sebastian Gerhard

Einfamilienhäuser sind in Deutschland gefragt: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 87.275 Einfamilienhäuser und 10.236 Zweifamilienhäuser gebaut. Zum Vergleich: 2019 waren es 83.804 Einfamilienhäuser und 9.653 Zweifamilienhäuser. Auf Mehrfamilienhäuser entfielen davon 153.377 Wohnungen.

Damit wurden 2020 in neu gebauten Häusern (auch Mehrfamilienhäuser und Wohnheime) insgesamt 306.376 Wohnungen fertiggestellt. Im Vorjahr waren es noch 293.002 Wohnungen. Eine höhere Zahl an neuen Wohnungen hatte es laut Statistischem Bundesamt (Destatis) zuletzt im Jahr 2001 gegeben. Nicht nur die Baufertigstellungen, auch die erteilten Baugenehmigungen sind im Jahr 2019 massiv gestiegen und übertrafen deutlich die Zahl der Baufertigstellungen. Dies führte laut Destatis bis Ende 2020 erneut zu einem massiven Überhang von genehmigten, also noch nicht fertiggestellten Wohnungen. Insgesamt gab es Ende 2020 kumuliert einen Bauüberhang von 779.4432 Wohnungen.

Diesen sogenannten Bauüberhang spüren auch die Sachverständigen des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V.: Verschärft wird die Situation derzeit durch Mangel an Facharbeitern und vor allem an Baumaterialien wie Holz und Kunststoffen. Die Folge: Nicht immer kann der Zeitplan eingehalten werden und der Zeitdruck wächst spürbar. Auch deshalb registrieren die Sachverständigen vermehrt Nachlässigkeiten in der Verarbeitung der Baumaterialien. Kleine Fehler, die zu einem großen Problem werden können, wenn sie nicht vor dem nächsten Verarbeitungsschritt beseitigt werden. Hier setzt die Arbeit der VQC-Sachverständigen an, wenn sie auf der Baustelle nach dem Rechten sehen. „Im direkten Gespräch mit den ausführenden Handwerkern wird der Fehler angesprochen und kann so unmittelbar und meist mit geringem Aufwand beseitigt werden“, so der VQC-Vorsitzende Dipl. Ing. Udo Schumacher-Ritz.

„Heutzutage ist ein neues Einfamilienhaus in der Summe ein Stück High-Tech, das höchste Anforderungen erfüllen muss. Damit das auch gelingt, muss nach dem Null-Fehler-Prinzip gearbeitet werden“, so Schumacher-Ritz weiter. Dies wird umso schwieriger, da derzeit besonders gut ausgebildete Handwerker auf dem Bau sehr gefragt sind. Von daher mahnt der VQC, dass trotz des großen Drucks auf dem Immobilienmarkt und der generell stark steigenden Nachfrage nach Handwerkleistungen die Qualität bei Neubauten nicht leiden dürfe. Das gelte beim Bau eines Einfamilienhauses genauso wie beim Wohnungsbau generell. „Um sicher zu gehen, ist die Beauftragung eines Sachverständigen nahezu alternativlos“, so der VQC.

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