Erst Traumurlaub - dann Albtraum

Einbrecher kommen, wenn keiner zu Hause ist

Veröffentlicht am 1. Juli 2019

Auch wenn es lockt, über die sozialen Medien die eigenen Urlaubsgeschichten zu teilen – Urlauber sollten von öffentlich zugänglichen Posts absehen. (Foto: Foto: LKA presse / polizei.rlp)

Der Urlaub ist gebucht, die Koffer sind gepackt, die Vorfreude auf die schönsten Wochen des Jahres ist groß. Jetzt schnell überprüfen, ob das Licht überall aus ist und die Fenster geschlossen sind, dann die Tür ins Schloss gezogen und ab geht’s in den wohlverdienten Sommerurlaub. Im Flieger geht man dann alles noch einmal durch: „Ja, abgeschlossen ist alles“. Jetzt kann man sich entspannen und den Urlaub genießen...

Doch das ist oftmals ein großer Irrtum: Auch, wenn die Standardtür zugezogen ist und die -fenster geschlossen sind, stellt dies für Einbrecher kein wirkliches Hindernis dar. Ausgerüstet mit einem Schraubendreher, gelingt es ihnen oftmals in weniger als 30 Sekunden Tür oder Fenster aufzuhebeln. Nach dem Motto „Schnell rein und schnell wieder raus“, durchwühlt der Einbrecher Schränke und Schubladen und nimmt mit, was er an wertvollen Gegenständen finden kann. Er kennt jedes Versteck, da bleibt kaum etwas unentdeckt. Nach wenigen Minuten verlässt er das Haus so unauffällig wie er gekommen ist und zurück bleibt eine verwüstete Wohnung.

Ein wundervoller Urlaub endet so mit einer schrecklichen Überraschung bei der Heimkehr: Nicht nur, dass der Einbrecher großen materiellen Schaden angerichtet hat. Denn auch, wenn sich Täter und Opfer nie begegnet sind, hat der Einbrecher die Bewohner verletzt – zumindest psychologisch in ihrem Sicherheitsgefühl. Nicht umsonst spricht man vom „Einbruchopfer“: Betroffene fühlen sich traumatisiert, viele klagen über Geräuschempfindlichkeit, werden von einem ständigen Angstgefühl im eigenen Zuhause begleitet. Um den Albtraum „Einbruch“ erst gar nicht wahr werden zu lassen, wurde auf Initiative von Polizeibehörden im Jahr 2005 das Netzwerk „Zuhause sicher“ gegründet. Basis für das gemeinsame Engagement von zahlreichen öffentlichen Institutionen und privatwirtschaftlichen Unternehmen ist die polizeiliche Empfehlungspraxis. Sie besteht aus 3 Bausteinen: Mechanische Sicherheitstechnik, richtiges Verhalten und ggf. elektronische Sicherheitstechnik.

„Zuhause sicher“ bietet – z. B. mit seiner Homepage – einen Überblick über die polizeilichen Empfehlungen und rät Mietern und Eigentümern, eine polizeiliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Welche Schwachstellen an Haus oder Wohnung gesichert werden sollten, welche Sicherheitstechnik sinnvoll wäre und wie man durch richtiges Verhalten das Einbruchsrisiko senken kann, können bundesweit die Fachberater der örtlichen polizeilichen Beratungsstelle erklären. Kompetent und neutral informieren die polizeilichen Fachberater über Täterarbeitsweisen und Möglichkeiten, sich und sein Zuhause zu schützen. Zum Abschluss, wenn alle Empfehlungen realisiert sind, kann man die Präventionsplakette des Netzwerkes „Zuhause sicher“ erhalten. Am Haus angebracht, kann sie Einbrechern signalisieren: „Dieses Haus ist abgesichert – ein Einbruchversuch lohnt nicht“.

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