Neue Wege bei der Energieversorgung

Fördergelder für das BernsteinSee-Konzept

Veröffentlicht am 1. September 2018

Das in Bau befindliche Apartmenthotel nimmt bereits konkrete Gestalt an – zusammen mit dem bereits bestehenden Hotel-Restaurant soll seine Energieversorgung Leuchtturm-Charakter haben. (Foto: BernsteinSee)

Erneuerbare Energien und die Reduzierung von CO2-Emissionen sind und bleiben zentrale Themen im Umweltschutz. Deshalb hat der BernsteinSee nach einer Lösung gesucht, die eigene Energieversorgung künftig auf alternativem Wege zu sichern. Konkret geht es um das Hotel mit Restaurant sowie um das derzeit im Bau befindliche Apartmenthotel im 100 ha großen Natur- und Feriengebiet Bernstein-See in Sassenburg/Stüde bei Wolfsburg und Gifhorn.

ln Zusammenarbeit mit der Firma EXYTRON aus Rostock und insbesondere dem Geschäftsführer und Patenthalter Dr. Kari-Hermann Busse wird nun ein innovatives Konzept realisiert, das Energie aus erneuerbaren Quellen schöpft und diese in einem geschlossenen System komplett ohne Emissionen erzeugt. Mit Sonnenkraft wird dabei Strom erzeugt und in eine Elektrolysezelle gespeist, in der Wasser in Wasser und Sauerstoff zerlegt wird. Der Wasserstoff wird in einen Katalysator geleitet und dort zusammen mit CO2 zu Methan umgesetzt, also Erdgas. Dies kann problemlos gespeichert und dann bei Bedarf verbrannt werden. Dies geschieht am BernsteinSee in einem eigenen, modifizierten BHKW (Blockheizkraftwerk), das Wärme und Strom für den Hotelbetrieb liefert.

„Wir gehen davon aus, in Zukunft bis zu 100 Prozent unseres Energiebedarfs selbst zu decken und im Jahr mehr als 130 Tonnen CO2 einzusparen“, erklärt Bernsteinsee Hotel-Geschäftsführer Holger Junk. Nach umfassender Prüfung hat die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen (NBank) das aufwändige Vorhaben als förderungsfähig eingestuft.

Blick auf die Seeterrasse des Restaurant-Hotels am BernsteinSee. (Foto: BernsteinSee)

Das in Bau befindliche Apartmenthotel nimmt bereits konkrete Gestalt an - zusammen mit dem bereits bestehenden Hotel-Restaurant soll seine Energieversorgung Leuchtturm-Charakter haben. (Foto: BernsteinSee)

Bereits im Juni 2018 hatte der Bernstein-See im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz die Zusage erhalten, dass das kostenintensive Vorhaben mit einem hohen Zuschuss unterstützt wird. Dazu Umwelt-Staatssekretär Frank Doods: „Die aktuelle Debatte über die Bedeutung von Power-to-Gas für die Energiewende kreist vor allem darum, wie wir eine großtechnische Herstellung und Nutzung zu wirtschaftlichen Bedingungen hinkriegen.

Das BernsteinSee-Konzept ist ein Beginn: Es hat das Zeug zum Leuchtturm-Charakter für dezentrale Lösungen, kann in der Größe ohne Limit skaliert werden und ist so gesehen, ein wichtiger Mosaikstein im Gesamtbild der Energiewende.“ Über diese Anerkennung freute sich Holger Junk besonders: „Durch die Förderung fühlen wir uns bestätigt. Unser Konzept ist sehr anspruchsvoll und steht für unsere Bereitschaft, in Umweltfragen umzudenken.“
Bereits im Herbst des kommenden Jahres soll das Vorhaben umgesetzt sein – als erste Anlage ihrer Art in Niedersachsen.