BFW im Finanzausschuss

GroKo baut Luftschlösser, aber keinen bezahlbaren Wohnraum

Veröffentlicht am 1. Januar 2019

Die Herstellungskosten für den sozialen Wohnungsbau haben vor allem in den Ballungszentren extrem zugenommen.

„Mit den geplanten Fördergrenzen für die Sonderabschreibung baut die Bundesregierung Luftschlösser, aber keinen bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten. Das ist mit der geplanten Baukostenobergrenze von 3.000 Euro/qm schlichtweg nicht möglich", kritisierte Andreas Ibel, Präsident des BFW-Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, vor der jüngsten Sitzung im Finanzausschuss des Bundestages. Hier war Ibel als Experte eingeladen, um mit den Abgeordneten den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Sonderabschreibung zu diskutieren.

Ibel verwies auf die Hürden, die das Bauen in Ballungsgebieten besonders verteuern. Dazu zählen notwendige Lärmschutzmaßnahmen, Tiefgaragen in innerstädtischen Lagen und erhöhte Schwierigkeiten bei der Erschließung von Grundstücken und der Nutzung von Baulücken. Hinzu kommen die rasant steigenden Bau- und Baustoffkosten – so sind die Preise für den Neubau von Wohngebäuden z.B. in Bayern in nur 12 Monaten um 5 Prozent angestiegen. Vor diesem Hintergrund hatten die Experten der Bundesratsausschüsse bereits im Oktober die Erhöhung der förderfähigen Herstellungskosten auf 4.000 Euro sowie der Bemessungsgrundlage auf 3.000 Euro/qm Wohnfläche empfohlen.

Der Bundesrat war dieser Empfehlung jedoch nicht gefolgt. „Wenn die Politik nicht einmal auf ihre eigenen Fachleute hört, wird das Wohnungsproblem nicht gelöst“, kritisierte Ibel und verwies auf gängige Förderkriterien im Bankensektor: „Selbst Förderbanken stellen sich inzwischen der Realität und lassen beim geförderten sozialen Wohnungsbau in Ballungszentren Herstellungskosten von bis zu 3.500 Euro/qm Wohnfläche zu.“ Sollte im parlamentarischen Verfahren nicht nachgebessert werden, wird die Sonderabschreibung wohl lediglich in kleineren Städten Anwendung finden, da hier die Baukosten niedriger sind.

Vor allem dürfe sich die große Koalition nicht auf den Empfehlungen des Wohngipfels ausruhen, so Ibel: „Die zeitlich begrenzte Sonderabschreibung muss dringend durch eine Erhöhung der linearen AfA auf mindestens 3 Prozent ergänzt werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Dies entspricht dem tatsächlichen wirtschaftlichen Wertverzehr, da sich der Anteil der kurzlebigen technischen Bestandteile bei den Bauwerkskosten eines Wohngebäudes stark erhöht hat. Nur so können wir auch in den Hot Spots genügend bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen schaffen!“

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