Dichtheitsprüfung privater Abwasseranlagen

Großes Unwissen bei vielen Grundstückseigentümern

Veröffentlicht am 2. September 2018

Vorbereitende Arbeiten für die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen – der Zugang erfolgt ohne viel Aufwand über den Kontrollschacht. (Foto: Rohr-Fuxx)

Wenn es um die Reinhaltung unserer Luft geht, ist die Politik (inzwischen) aktiv, schafft Verordnungen und Gesetze und selbst die Gerichte mahnen ein schnelles Handeln der Verantwortlichen an. Das Gespenst vom Fahrtverbot für ältere Diesel-Fahrzeuge in vielen deutschen Großstädten wegen eines zu hohen CO2-Ausstoßes macht aktuell die Runde. Was aber ist mit den Belastungen, die nicht auf der Straße, sondern unter bzw. neben ihr stattfinden? Gemeint sind Abwasser, die Chemikalien, Keime und andere Schadstoffe enthalten und bei Undichtigkeiten bzw. Beschädigungen des Abwassersystems ungehindert in den Boden gelangen können und so eine reale Gefahr für die Umwelt darstellen.

Das gilt umso mehr, wenn diese Leckagen in Gebieten vorkommen, in denen Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen wird. Dann ist die körperliche Unversehrheit der im Einzugsbereich des dort versorgenden Wasserwerkes lebenden Menschen nicht mehr gewährleistet. Nach fachmännisch durchgeführten Untersuchungen schlagen Experten jetzt Alarm: Demnach sind bis zu 40 Prozent der privaten Abwasserleitungen in Deutschland undicht – ein bisher seitens der Politik weit unterschätztes Gefahrenpotenzial, das – anders als beim Dieselauto – noch weitgehend ignoriert wird.

Auch wenn das Thema „Dichtheitsprüfung für Abwasserleitungen“ es noch nicht auf die tagesaktuelle Agenda der Politik geschafft hat, so rückt der Zeitpunkt, an dem gehandelt werden muss und das dann möglichst schnell immer näher. Nur, je länger die Vorwarnzeichen nicht erkannt bzw. nicht ernst genug genommen werden, um so intensiver, umfangreicher und letztendlich auch teurer wird das Ganze. Dabei ist diese Entwicklung bzw. Vorgehensweise leider kein Einzelfall. Ein Blick auf den Umgang mit anderen, auch infrastrukturellen Problemen dokumentiert das – als mahnendes Beispiel sei hier nur der über Jahre verschleppte Sanierungsbedarf unserer Autobahnen, Bundes- und Landstraßen erwähnt, insbesondere aber auch der sie kreuzenden Brückenbauwerke.

Bei der Problematik undichter Abwasserleitungen ist der Sachverhalt etwas differenzierter: Hier liegt die Verantwortung nicht allein bei den staatlichen Organen (Bund, Länder und Kommunen) – hier ist auch jeder einzelne Grundstückseigentümer für seinen Grund und Boden zuständig und somit im Schadensfall haftbar und regresspflichtig zu machen. Eine durchaus ernstzunehmende Verantwortung, derer sich viele Hauseigentümer jedoch nicht bewusst sind. Sie kennen lediglich das Haftungsrisiko, das auf sie zukommen kann, wenn sie beispielsweise im Winter bei Schnee- und Eisglätte den an ihr Grundstück angrenzenden (öffentlichen) Gehweg nicht ausreichend sichern – sei es durch ein ordnungsgemäßes Schneeräumen oder Abstreuen.

Dass aber die Vernachlässigung der Pflichten, die ihnen z. B. das bundesweit geltende Wasserhaushaltsgesetz (WHG) mit den Paragraphen 60 und 61 auferlegt, sie teuer zu stehen kommen kann, ist vielen Hauseigentümern nicht wirklich bewusst. Dabei heißt es im WHG: „Abwasseranlagen sind so zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten, dass die Anforderungen an die Abwasserbeseitigung erfüllt und die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden.“ Um aber den Zustand der in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Abwasserleitungen zu beurteilen, sind die Betreiber der Anlagen (und das ist jeder Hauseigentümer!) verpflichtet, den Zustand, die Funktionsfähigkeit, die Unterhaltung sowie den Betrieb der Anlagen zu überwachen.

Das Problem dabei: Nur die wenigsten von ihnen dürften in der Lage sein, die Ergebnisse dieser Selbstüberwachung richtig zu erkennen und einzuordnen. Fachmännische Unterstützung sollten sich Grundstückseigentümer deshalb von qualifizierten Fachbetrieben holen, die im Umgang mit Sichtungsergebnissen und deren Analyse bestens vertraut sind. Sie wissen auch, welche Maßnahmen konkret im Schadensfall notwendig sind, um den gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen. Apropos: Gesetzliche Verordnungen und Bestimmungen. Hier machen es die unterschiedlichen Organe dem Grundeigentümer nicht einfach. Da mischen neben dem Bund (zuständig für das Wasserhaushaltsgesetz, kurz WHG, und die Norm DIN 1986-30), auch noch die EU mit ihrer Richtlinie 91/271/EWG sowie viele Bundesländer mit unterschiedlichen Eigenkontroll-Verordnungen mit und letztendlich reihen sich auch noch die einzelnen Städte und Gemeinden mit ihren selbständigen Abwassersatzungen in diesen Reigen ein.

Ein Regel-Chaos, das nicht nur für private Eigentümer zum undurchsichtigen Paragraphen-Dschungel wird. Welche Behörde ist zuständig? Welches Regelwerk gilt? Für welchen Bereich des Abwassersystems bin ich eigentlich verantwortlich? Anders als bei der öffentlichen Kanalisation, deren Betrieb im Regelfall durch die Kommune organisiert wird und für deren Benutzung die privaten Haushalte jährlich eine Abwassergebühr zu entrichten haben, liegt die Verantwortung für die private Abwasserleitung des Hauses bei dessen Besitzer.

Zu diesem Teil der unterirdischen Infrastruktur gehören vor allem die Grundleitungen und Anschlusskanäle auf privaten Grundstücken. Sie sind oft mangelhaft, vor allem im Bestand, können aber mittels der Dichtheitsprüfung festgestellt und exakt geortet werden. In Deutschland sind weit über 90 Prozent der Haushalte an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Der Hausanschluss bildet dabei die Verbindungsstelle zwischen den privaten Abwasserleitungen und der öffentlichen Kanalisation. Die einzelnen Abwasserleitungen des Hauses vereinen sich auf dem Grundstück in einem Hauptkanal und führen zu der unter der Straße liegenden Kanalisation.

Durch einen auf dem Privatgrundstück befindlichen Kontrollschacht ist fast überall die Möglichkeit gegeben, ganz ohne Bauarbeiten die Abwasserleitungen des Hauses zu prüfen und auch zu reinigen. So kann in den meisten Fällen der in vielen Kommunen vorgeschriebenen Dichtheitsprüfung sowohl beim Neubau als auch im Bestand (vielerorts ist ein Prüftermin alle 20 Jahre vorgeschrieben) leicht und ohne viel Aufwand entsprochen werden.

Die Liste von möglichen Schäden am heimischen Abwassersystem ist lang: Rohrbrüche und Risse, undichte oder sogar verrottete Rohrverbindungen und Wurzeleinwüchse sind nur einige Ursachen. Während beim öffentlichen Kanalnetz regelmäßige Kontrollen und Sanierungsarbeiten längst Standard sind, wird dies bei privaten Abwasserleitungen erst langsam zur Regel. Dabei können wiederholt und fachgerecht durchgeführte Dichtheitsprüfungen bereits frühzeitig kleinere Schäden ausmachen und lokalisieren, bevor sich diese ausweiten und zu dann möglicherweise kostenintensiven Sanierungsmaßnahmen führen.

Kamera-Inspektion oder Druckmessprüfung?

Grundlage für die Prüfung neuer oder wesentlich veränderter Abwaserleitungen sind die Regeln für den Kanalbau nach DIN EN 1610. Die Durchführung erfordert Sachverstand und professionelle Gerätschaften: Geprüft werden bei einer Dichtheitsprüfung alle Schmutzwaser führenden Abwasserleitungen, die im Erdreich des Grundstücks verlegt sind. Übrigens: Regenwasserleitungen, bei denen aufgrund ihrer Planung und Bauweise sichergestellt ist, dass kein sog. Fremdwasser in die Kanalisation gelangt, sind von der Verpflichtung zur Dichtheitsprüfung überall ausgenommen. Ansonsten aber gilt die Verordnung uneingeschränkt. Bei der Prüfung selbst, werden zunächst alle Öffnungen verschlossen und anschließend mit Druckluft oder Wasser unter Druck gesetzt. In diesem so geschlossenen System wird anschließend ein evtl. Druckverlust gemessen, der Aufschluss über die Dichtigkeit des Leitungssystems gibt.

Eine andere Methode der Kontrolle ist die optische Kanalinspektion. Dabei wird mit Hilfe einer Spezialkamera der Kanal abgefahren und abgefilmt, um mögliche Schadstellen zu entdecken und zu dokumentieren. Dieser Methode geht jedoch eine Kanalreinigung voraus, damit nicht mögliche Haarrisse oder weitere Kleinstbeschädigungen durch Fremdablagerungen (Sand, Kies etc.) überdeckt werden. Auch wenn in Niedersachsen die eingangs erwähnte Selbstüberwachungs- bzw. Eigenkontroll-Verordnung, die in anderen Bundesländern längst gang und gäbe ist, noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, so gilt doch nach dem deutschlandweit geltenden Wasserhaushaltsgesetz, dass jeder Grundeigentümer für den Zustand der von ihm betriebenen Abwasseranlage zu sorgen hat.

Lassen Sie es nicht soweit kommen. Kontaktieren Sie rechtzeitig ein Unternehmen, das sich mit der Problematik auskennt: Die Firma Rohr-Fuxx aus Uetze beispielsweise ist ein solches Unternehmen, das sich seit Jahren mit dem Thema „Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen“ beschäftigt. Geschäftsführer Jens Erfens: „Als Grundstückseigentümer sollten Sie nicht nur wegen der möglichen Haftung handeln – auch der Umwelt- und Grundwasserschutz ist ein überzeugendes Argument. Wir prüfen für Sie Abwasserleitungen und Schachtbauwerke mit Hilfe von verschiedenen Prüfsystemen – mit digitalem Ausdruck und ganz nach DIN. Dabei kommt oftmals auch unsere hochwertige Satellitenkamera zum Einsatz, mit der wir konkrete Aussagen über den tatsächlichen Zustand des untersuchten Rohrsystems treffen und bei Feststellung von Schadstellen, auch gleich ein individuelles Sanierungskonzept vorschlagen können.“

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