Einbruchschutz nach Zahlen

Mit der richtigen Resistance Class haben Langfinger kaum Chancen

Veröffentlicht am 1. Oktober 2018

Fenster der Widerstandsklasse RC 3 halten selbst massiver Gewalteinwirkung, wie hier mit einem Kuhfuß, stand und lassen den Einbruchsversuch schon frühzeitig scheitern. (Foto: VFF)

Fenster, Türen, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Anschlüsse werden seit Jahren in unterschiedlichen Sicherheitsklassen gebaut - ganz nach den individuellen Bedürfnissen der Haus- oder Wohnungsbesitzer. Und darauf kommt es an: Schließlich passiert alle 3,5 Minuten ein Einbruch in Deutschland, 80% der Einbrüche in Einfamilienhäuser erfolgen über Fenster bzw. Fenstertüren. Was früher die bekannte Widerstandsklasse (WK) war, nennt sich heute Resistance Class. „Es gab einige Änderungen und Verbesserungen, dennoch ist die aktuelle Resistance Class mit der alten Widerstandsklassenregelung durchaus vergleichbar“, erklärt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade (VFF).

Nach wie vor gibt es 6 Sicherheitsklassen, in die Fenster und Türen eingeteilt werden. Dazu gibt es geringfügig veränderte Werkzeugsätze, mit denen die Produkte auf ihre Einbruchsicherheit hin getestet werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Den einfachsten Einbruchschutz bietet die Resistance Class (RC) 1, den besten RC 6. Die bevorzugte Einbruchmethode ist unverändert das Aufhebeln des Beschlages zwischen Blendrahmen und Fensterflügel. Dafür benötigen Täter nur einfaches Werkzeug und nur wenige Sekunden.

Fenster und Türen, die die Voraussetzungen der RC 1 erfüllen, schützen vor dem Einsatz von körperlicher Gewalt. Einen Schritt weiter geht die RC 2: Sie bietet Schutz vor Gelegenheitstätern, die zusätzlich zur körperlichen Gewalt mit einfachen Werkzeugen, wie Schraubenziehern, Zangen oder Keilen, versuchen, verschlossene und verriegelte Fenster und Türen aufzubrechen. Versucht der Täter zusätzlich, mit einem zweiten Schraubenzieher und einem Kuhfuß sowie mit einfachem Bohrwerkzeug die Fenster und Türen zu öffnen, ist die Widerstandsklasse RC 3 empfehlenswert. „Alle weiteren Resistance Classes sind für Otto Normalverbraucher zwar nicht unbedingt notwendig, bieten dann aber auch vor erheblicher Gewalt und gekonntem Werkzeugeinsatz einen guten Schutz“, erklärt VFF-Geschäftsführer Tschorn.

Wer Fenster tauscht oder neu baut, sollte sich aber stets für mehr Sicherheit entscheiden. Wie die Beratungsstellen der Polizei, empfiehlt zum Beispiel auch der Fenster- Spezialist HM-Fenster nur normgerechte und nachweislich geprüfte Fenster und Fenstertüren zu verbauen. Entsprechend der Europäischen Normreihe DIN EN 1627ff sind alle HM-Fenster auf die Widerstandsklassen RC2N und RC2 geprüft bzw. in allen gängigen Fensterformen und Abmessungen lieferbar. Auch bei einem Rolladen-Aufsatzkasten oder bei einer barrierefreien Dreh-Kipp-Tür bietet HM geprüfte Sicherheit.

Gleiches gilt auch für Hebe-Schiebetüren bzw. Parallel-Abstell- Schiebtüren. Mit den geprüften Fensterelementen der HMProfilbaureihe 88+ erhalten Eigentümer und Bauherren ebenfalls einen kriminalpolizeilich empfohlenen Schutz: Im unternehmenseigenen Prüflabor werden die Sicherheitsfenster einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung und Montage im Baukörper) keine Schwachstelle gibt. Bei jedem einzelnen Produkt der Profibaureihe 88+ handelt es sich also um ein Element „aus einem Guss“.

Aus einem „normalen“ Fenster wird ein sicheres Fenster

Es gibt viele Faktoren, die aus einem normalen Fenster oder einer gängigen Balkon-, Terrassen- oder Haustür ein einbruchhemmendes Element machen. Dazu zählen bei Fenstern und Fenstertüren ein stabiler Fensterflügel und ein belastbarer Fensterrahmen. „Außerdem kommen die passende Befestigung der Scheibe im Flügel, widerstandsfähige Beschläge und Schließeinrichtungen sowie die korrekte Montage des Fensters im Mauerwerk hinzu“, erklärt Tschorn. Einen guten Schutz vor Aufhebelversuchen bieten sogenannte „Pilzkopfzapfen“. Diese sind rund um den Fensterflügel angeordnet und verkrallen sich beim Verschließen, dank ihrer pilzartigen Form, mit stabilen Schließstücken, die mit dem Rahmen verschraubt sind.

Zusätzlich bietet sich bei entsprechender Gefährdungslage auch der Einsatz von einbruchhemmenden Verglasungen an, die nur schwer zu durchdringen sind. Ein drehgehemmter Griff mit Aufbohrschutz rundet die Sicherheitsausstattung der Fenster ab. Moderne Türen mit einbruchhemmenden Eigenschaften warten mit stabilen Materialien, aufbohrsicheren Schlössern und Sicherheitsverriegelungen mit mehreren Bolzen oder Schwenkhaken auf.

Eine sehr sinnvolle Abrundung der mechanischen Einbruchhemmung sind verdeckt liegende Drehbänder und automatisch oder motorisch verriegelnde Mehrfachschlösser. „Alle Mehrfachverriegelungen helfen allerdings nur, wenn auch wirklich abgeschlossen wird und auch die Fenster müssen richtig verriegelt sein, damit Einbrecher keine Auch sollte der Hausinhaber über den Einbau elektronischer Helfer, wie einer von außen sichtbaren Alarmanlage, einer Audiound Videoüberwachung oder einem Fingerprint- System, nachdenken, die einen unbefugten Zutritt zusätzlich wirksam erschweren bzw. frühzeitig melden.“ Chance haben“, mahnt Tschorn zur generellen Vorsicht.

Der Expertenrat: „Welche Resistance Class am sinnvollsten für die eigenen 4 Wände ist, kann der Haus- und Wohnungsbesitzer im guten Fenster- und Türen-Fachbetrieb erfahren. Auch die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen helfen hier gerne weiter und ermitteln das individuelle Gefährdungspotenzial. Dabei gilt stets die Maxime, den Einbrecher möglichst lange draußen zu halten. Auch sollte der Hausinhaber über den Einbau elektronischer Helfer, wie einer von außen sichtbaren Alarmanlage, einer Audiound Videoüberwachung oder einem Fingerprint- System, nachdenken, die einen unbefugten Zutritt zusätzlich wirksam erschweren bzw. frühzeitig melden.“

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