BFW-Umfrage zur Digitalisierung

Mittelständische Unternehmen drohen sich selbst auszubremsen

Veröffentlicht am 1. September 2018

BFW-Präsident Andreas Ibel (Foto: BFW)

„Es gibt keinen Königsweg bei der Digitalisierung, den die Immobilienunternehmen gehen können. Je länger wir mit den notwendigen Investitionen warten, desto größer werden Investitionskosten und -risiken. Deshalb müssen die Unternehmen jetzt den Aufbau von internem digitalen Know-How angehen“, appellierte BFW- Präsident Andreas Ibel an die mittelständische Immobilienbranche. Ibels Appell ist das Ergebnis einer BFW-Umfrage zur Digitalisierung unter mittelständischen Immobilienunternehmen mit dem Titel „Das Digitalisierungsparadoxon“. Diese hat der BFW gemeinsam mit dem BFW-Digitalisierungsbeirat erstellt.

„Abgesehen von einer kleinen Gruppe digitaler „Frontrunner“ haben die meisten Unternehmen erst digitale Grundlagen umgesetzt“, so Ibel. Als größte Hürden geben die Unternehmen hierfür hohe Kosten, Zeitmangel und fehlendes qualifiziertes Personal an. Trotzdem wollen 77% der Unternehmen derzeit keine zusätzlichen Mitarbeiter einstellen. Ganze 54% haben keinen Umsetzungsplan für die Digitalisierung.

„Die Umfrage ergibt, dass die Unternehmen große Erwartungen an die Digitalisierung haben. Sie investieren aber noch zu wenig in eigene Spezialisten und in die notwendigen Technologien. So können die vorhandenen Potenziale nicht erkannt und auch nicht genutzt werden“, resümierte Ibel. Dieses „Digitalisierungsparadoxon“ zeigt: „Die Umsetzung der Digitalisierung in der Immobilienbranche ist von Widersprüchen geprägt. Viele Unternehmen drohen sich Symposium selbst auszubremsen. Dabei verkennt die Mehrheit das große Potenzial, das die Digitalisierung für das Entwickeln neuer Geschäftsmodelle bietet“, so Ibel weiter.

So glauben rund 70 % der Verwalter und Bestandshalter sowie 56 % der Bauträger und Projektentwickler nicht daran, dass sie durch die Digitalisierung neue Geschäftsfelder erschließen können. Ibel plädierte für einen stärkeren Austausch mit anderen Immobilienunternehmen und anderen Branchen, die sich als digitale Vorreiter hervorgetan haben. „Vor allem aber brauchen wir eine neue Fehlerkultur und Mut zur Veränderung. Nur so können wirhttps://hugb-online.de/wp-admin/media-upload.php?post_id=2176&type=image&TB_iframe=1&width=753&height=846 die notwendigen Veränderungen in Angriff nehmen, bevor wir durch äußere Umstände dazu gezwungen werden.“

BFW-Digitalisierungsbeirat

Der BFW-Digitalisierungsbeirat wurde im Jahr 2017 gegründet und setzt sich mittlerweile aus 10 Unternehmen zusammen. Dazu zählen u.a. die BFW Mitgliedsunternehmen BAUWENS, Interboden, Dornieden, Strenger Gruppe, Drees & Sommer sowie die Industrieunternehmen BOSCH, T-Systems und Vattenfall sowie das Startup ANIMUS und die Deutsche Kreditbank AG.

BFW-Bundesverband

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen als Interessenvertreter der mittelständischen Immobilienwirtschaft vertritt derzeit rund 1.600 Mitgliedsunternehmen. Als Spitzenverband wird der BFW von Landesparlamenten und Bundestag bei branchenrelevanten Gesetzgebungsverfahren angehört.
Die Mitgliedsunternehmen stehen für 50 Prozent des Wohnungs- und 30 Prozent des Gewerbeneubaus. Sie prägen damit entscheidend die derzeitigen und die zukünftigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland.