Strengere Grenzwerte für Feuerstätten

Weniger Feinstaub aus Kaminöfen und Co.

Veröffentlicht am 1. November 2019

Mehr als 18 Mio. Anlagen in Deutschland nutzen nach wie vor fossile Energien. Regenerative Brennstoffe können dazu beitragen, die CO2-Emissionen eines Haushalts zu verringern. (Foto: schornsteinfeger.de)

Nach Informationen des Umweltbundesamtes (UBA) haben sich die Feinstaubemissionen von Holzfeuerungen seit dem Jahr 2010 deutlich verringert. Strengere Grenzwerte und gesetzliche Auflagen für Holzfeuerstätten scheinen Erfolg zu haben. Industrie, Landwirtschaft und Straßenverkehr zählen nach wie vor zu den größten Feinstaubverursachern. In absoluten Mengen haben sich die Emissionen von 2010 zu 2015 um 31,1 % (PM2,5) bzw. 30,7 % (PM10) verringert.

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks begründet den Rückgang der Emmisionen mit der Modernisierung des Anlagenbestandes, dem technischen Fortschritt und der Wirksamkeit der 1. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz- Gesetzes (1. BImSchV), die vor gut einem Jahrzehnt, nämlich 2010, novelliert wurde. Nach Berechnungen des UBA stiegen die Emissionen bis 2016 allerdings wieder leicht an. Das Schornsteinfegerhandwerk kann diesen Anstieg nicht bestätigen und erwartet eine weitere Reduzierung der Emissionen, da in den Jahren 2017 und 2020 Austauschfristen für Einzelraum-Feuerungsanlagen abgelaufen sind bzw. ausstehen.

4 Millionen alte Öfen sollen raus

Mit der novellierten 1. BImSchV wurden im Jahr 2010 erstmals Emissionsgrenzwerte für Kamin-, Kachelöfen und weitere Einzelraumfeuerungsanlagen festgelegt: Abhängig vom Baujahr, mussten beziehungsweise müssen sie schrittweise ersetzt, nachgerüstet oder stillgelegt werden, wenn die Einhaltung der Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid (CO) nicht nachgewiesen werden konnte oder kann. Die nächste Frist läuft im Jahr 2020 aus und betrifft Feuerstätten mit Baujahr 1985 bis 1994. Insgesamt halten etwa 4 Mio. Kamin-, Kachelöfen und andere Feuerstätten für feste Brennstoffe die geforderten Grenzwerte derzeit nicht ein.

Strengere Grenzwerte für neue Feuerstätten

Für neue Feuerstätten sind die Grenzwerte der 1. BImSchV bereits Standard. Nach dem 22. März 2010 installierte Einzelraumfeuerungsanlagen dürfen nur betrieben werden, wenn sie die Grenzwerte der Stufe 1 einhalten. Für seit 1. Januar 2015 installierte Anlagen gelten die noch strengeren Grenzwerte der Stufe 2. Die erlaubten Höchstmengen für Staub und CO richten sich u. a. nach der Feuerstättenart und unterscheiden zwischen Raumheizern, Kamin- und Kachelofeneinsätzen, Herden und Pelletöfen.

Regelmäßige Emissionsmessung an Holzzentralheizungen

Für Heizkessel für feste Brennstoffe, wie Pellet-, Scheitholz- oder Hackschnitzelheizungen wurde außerdem eine wiederkehrende Messpflicht im kleineren Leistungsbereich eingeführt. Seit 2010 kontrolliert der Schornsteinfeger im Abstand von 2 Jahren die Emissionen der Anlagen im Leistungsbereich ab 4 Kilowatt. Dabei wird auch der Feuchtegehalt des Brennstoffs gemessen. Die einzuhaltenden Grenzwerte und der Beginn der Messpflicht richten sich nach dem Baujahr der Anlage: 2016 und 2017 wurden insgesamt ca. 540.000 Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe von den Schornsteinfegern überprüft. Dabei wurden unter anderem Mängel, wie zu hohe Staub- und/oder CO-Werte festgestellt, die anschließend durch Fachhandwerker behoben wurden. Teilweise mussten die bemängelten Anlagen ausgetauscht oder stillgelegt werden.

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