Der Klukkerthafen in Nordhorn

Wohnungsmarkt benötigt Mix von Wohnformen

Veröffentlicht am 1. November 2019

Das Bauprojekt Klukkerthafen in Nordhorn: Hier entsteht ein Mix unterschiedlicher Wohnformen mit differenzierten Mietpreisen, um den verschiedenen Einkommensgruppen attraktive und angemessene David Korte Preise anbieten zu können. (Foto: GMP-Nordhorn / NBank )

David Korte, Geschäftsführer der GMP-Nordhorn, zeigt mit seinen Projekten, welche Möglichkeiten die Wohnraumförderung bietet. Zudem zeigt er auf, wie Wohnen und Arbeiten gut miteinander kombinierbar sind. Am Beispiel Klukkerthafen in Nordhorn wird das Leistungsspektrum der GMP deutlich: Hier führt das Unternehmen die Grundstücksentwicklung für das ca. 10.500 m² große Gelände des ehemaligen Wasserwerkes der einstigen Textilfirma NINO durch.

So werden entsprechend den Anforderungen der Stadt Nordhorn (innerhalb des förmlich festgelegten Sanierungsgebietes hier nun Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 86 Wohneinheiten und 16 Gartenhofhäuser durch GMP projektiert. Im nachfolgenden Interview erklärt Korte sein Enagement im geförderten Wohnungsbau und erläutert, warum der Wohnungsmarkt der Zukunft mehr denn je einen Mix aus verschiedenen Wohnformen benötigt.

Wieso investieren Sie in den geförderten Wohnungsbau? Im frei finanzierten erreichen Sie doch deutlich mehr Rendite bei weniger Aufwand!

Korte: Der Wohnungsmarkt benötigt mehr denn je einen Mix aus verschiedenen Wohnformen. Mietpreise in unterschiedlichen Preissegmenten sind gleichfalls notwendig, um den unterschiedlichen Einkommensgruppen attraktive und angemessene Angebote zu unterbreiten. Letztlich ist dies ein Baustein, um den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Der Aufwand im geförderten Wohnungsbau ist nicht deutlich höher. In der Finanzierungsbeantragung muss man sich mit dem Programm „öffentliche Mittel“ einfach beschäftigen und mit den Ansprechpartnern der Kommune und der NBank eng abstimmen. Die bauliche Abwicklung bringt keinerlei Unterschiede.

Bei der Renditefrage ist abzuwägen, ob ich eine höhere Rendite erzielen möchte und kann oder ob eine solide Miete nach dem Mietenspiegel, ein gleichbleibend hoher Mietenstand und somit sichere Mietzahlungen nicht attraktiver ist. Als langjähriger Bauträger in der Region Grafschaft Bentheim sehen wir den akuten Bedarf, aktiv am Markt zu agieren. Eine Vielzahl an geförderten Wohnungen ist nach Ablauf von Bindefristen dem Markt entzogen. Durch geringe Bautätigkeit in dem preisgünstigen Segment gibt es einen deutlichen Nachholbedarf. Dabei höre ich immer wieder: „Ach so, …ihr baut Sozialwohnungen“.

Wir bauen letztlich preisgünstige Wohnungen in guter Qualität für Menschen mit geringerem Einkommen. Das trägt zu einem sozialen Ausgleich bei. Bei Objekten, die frei und zum Teil öffentlich gefördert sind, gibt es bei uns keine Unterschiede in der Ausstattung.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der gesamten Bebauung der ehemaligen Brinkers Flächen am Klukkerthafen?

Korte: Im Zuge der städtebaulichen Ausschreibung entstehen auf den ehemaligen Brinkersflächen insgesamt 86 Mietwohnungen in 2 Bauabschnitten sowie 13 Gartenhofhäuser mit kleinen Grundstücksflächen. Von den Mietwohnungen sind 48 öffentlich gefördert.

Auf den Brinkersflächen entstehen somit in absolut zentraler Lage von Nordhorn verschiedene Wohnangebote. Unmittelbar angrenzend entstehen neue oder umgesiedelte Arbeitsplätze. Alles fußläufig erreichbar. Dies gilt auch für die tägliche Versorgung. Der Anschluss zum öffentlichen Nahverkehr liegt vor der Haustür. Der Nordhorn-Almeloh-Kanal sowie der Klukkerthafen mit dem Radwegenetz in die Niederlande bieten einen hohen Freizeitwert. Das Ziel heißt somit: Verschiedene Wohnangebote schaffen, Arbeiten und Leben in zentraler Lage.

In der Politik wird derzeit sehr viel über das Thema preiswertes Wohnen diskutiert. Haben Sie Vorschläge, wie diesem Ziel näher zu kommen ist?

Korte: Um das Thema Vorschläge aufzunehmen: Es sollte an der Bauordnung weitergearbeitet werden. Das Thema Brandschutz ist wichtig, überspannt aber zum Teil den Bogen und die Anforderungen verteuern Bauprojekte zum Teil erheblich. Das Thema Parkplatznachweis geht häufig an der tatsächlichen Nutzung vorbei. Hier muss eine praxisnahe und flexiblere Lösung her, die sich nicht ausschließlich nach Stellplatzsatzungen richtet.

Genehmigungsverfahren müssen verschlankt und kommunale Entscheidungswege verbessert und beschleunigt werden. In den Baubehörden sind aus unserer Sicht häufig zu wenig Kapazitäten für die Bearbeitung frei. Die freie Wirtschaft ist in den Abläufen deutlich flexibler und effizienter. Die Anforderungen an die EnEV müssen fixiert werden. Die Kosten sind durch die hohen Anforderungen, insbesondere bei der TGA, deutlich gestiegen. Wichtig wäre eine verlässliche, langfristig gültige gesetzliche Vorgabe.

Eignet sich das Objekt am Klukkerthafen als Beispiel für weitere Vorhaben und was sind Ihre nächsten Ziele?

Korte: Absolut. Jeder der Beteiligten lernt aus dem Projekt. Der Erfahrungsaustausch mit den Verantwortlichen vom Bau- u. Stadtplanungsamt der Stadt Nordhorn sowie den weiteren am Bau beteiligten Akteuren findet regelmäßig statt. Themen sind dabei u.a. bauliche Optimierungen, Bedarfe und Wünsche der Bewohner und dabei gilt, Entwicklungen aufzunehmen und auch mal auszuprobieren. Ein größeres Projekt wäre wünschenswert, um aktuelle Themen, wie autofreie Zonen, mehr Einbindung von Grünzonen, gemeinschaftliche Flächen innerhalb und außerhalb der Gebäude oder CarSharing einzubinden. Das gelingt aber nur im Zusammenspiel von Grundstückseigentümer, Planer und Investor.

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