Wenn im Herbst die Stürme aufziehen

Veröffentlicht am 1. Oktober 2026

Wenn im Herbst die Stürme aufziehen

Bei den ersten kräftigen Böen, muss dank der auto- matischen Wetterwächter, niemand mehr durchs Haus laufen und jede Anlage einzeln bedienen.(Foto: Roma KG)

Bunte Blätter, nasse Tage - im Herbst lässt stürmisches Wetter nicht lange auf sich warten. Wenn dann der Wind ums Haus pfeift, sind nicht nur die Fenster, sondern auch die Sonnenschutzsysteme den Kräften des Windes ausgesetzt. Wie man die Fenster schützt und ob Markise und Co bei Sturm am besten aus- oder eingefahren werden, erklärt der bundesweite Verband Fenster + Fassade (VFF).

Wenn ein Sturm aufzieht, sollte zuerst darauf geachtet werden, dass Markise, Raffstore und Co. selbst keinen Schaden nehmen. „Je nach System bedeutet das: Rechtzeitig einfahren oder in die vom Hersteller vorgesehene Schutzstellung bringen. Einige Sonnenschutzsysteme können bei entsprechender Auslegung aber auch geschlossen bleiben und dann sogar das Fenster zusätzlich vor Hagel oder herumfliegenden Gegenständen schützen. Entscheidend sind deshalb immer die Herstellerangaben zur Windstabilität“, erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange die Grundregeln. Doch, was heißt das konkret, wenn sich ein Sturm ankündigt? Der VFF gibt einen Überblick über die wichtigsten Systeme rund ums Fenster.

Rollläden: Ein Schild fürs Fenster

Heruntergefahrene Rollläden wirken z.B. bei Unwetter wie eine Schutzwand vor dem Fenster. Der Rollladenpanzer bietet dabei Schutz vor Hagelkörnern, herumfliegenden Ästen und Gegenständen. Wichtig ist jedoch: Der Rollladen darf auf keinen Fall nur halb heruntergelassen werden. Auch die Lüftungsschlitze müssen geschlossen sein. Andernfalls kann der Wind unter den Panzer greifen und den Behang beschädigen oder ganz aus der Führung reißen. Ein geschlossener Rollladen an ungemütlichen Herbstabenden hat zudem einen gemütlichen Nebeneffekt. Der heulende Wind und das Prasseln des Regens sind nur gedämpft zu hören. Auch dient die Luftschicht zwischen Fenster und Rollladen als zusätzliche Wärmedämmung.

Markisen: Unbedingt einfahren!

Bei Markisen ist die Sache eindeutig: Zieht ein Sturm auf, sollten sie rechtzeitig eingefahren werden. Die große Tuchfläche bietet dem Wind viel Angriffsfläche. Selbst stabilere Modelle sind in der Regel nur für den Gebrauch bis zu Windgeschwindigkeiten von 60 km/h ausgelegt.

Raffstoren: Ebenfalls besser einfahren

Bei Raffstoren ist genau auf die Bauweise zu achten. Es gibt stabile Modelle, die in Testsituationen stärkere Winde aushalten. Aber wie viel Wind ein System tatsächlich verträgt, geben die Hersteller über zulässige Windbelastungswerte an und hängt auch immer von der Situation vor Ort ab: Größe, Führung, Einbausituation und insbesondere die tatsächlichen Windverhältnisse am Gebäude. Für die Planung sollte man sich deshalb unbedingt an einen Fachbetrieb wenden.

Textilscreens: Auf die Windstabilität achten

Textilscreens können je nach Ausführung besonders stabil sein. Bestimmte Modelle können sogar Stürmen in Orkanstärke mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h widerstehen. Auch hier geben die Hersteller zulässige Windbelastungswerte an. Wenn es die Herstellerangaben zulassen, können sie also bei starkem Wind als Schutz für das Fenster heruntergelassen werden. Wichtig ist dabei, dass das Gewebe wetterbeständig ist und sicher in der seitlichen Führung sitzt.

Terrassenüberdachung: Auf Qualität achten

Fest installierte Terrassenüberdachungen sind grundsätzlich für Wind und Wetter statisch ausgelegt. Bei einem angekündigten Sturm sollte trotzdem kontrolliert werden, ob bewegliche Elemente, wie Schiebeverglasungen, Seitenwände oder Sonnenschutzsysteme, vollständig geschlossen beziehungsweise eingefahren und sicher verriegelt sind. Wichtig ist auch hier, auf Qualität zu achten. VFF-Geschäftsführer Lange rät: „Gerade bei Terrassenüberdachungen kommt es auf eine fachgerechte Planung, stabile Konstruktionen, eine sichere Verankerung und die vollständige Leistungserklärung (CE) des Herstellers an. Interessenten sollten deshalb nicht allein auf den Preis schauen, sondern sich vom Fachbetrieb beraten lassen und auf geprüfte Qualität achten.“

Windwächter reagieren

Praktisch sind automatische Wetterwächter, die bei motorisch betriebenen Anlagen auch in das Smart-Home-System eingebunden werden können. Sie erkennen nicht nur, wenn die Sonne scheint, sondern auch, wenn der Wind zu stark wird. Dann bringen sie Markisen, Raffstoren oder andere dafür geeignete Systeme automatisch in die vorgesehene Schutzstellung.

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