Wohnungslüftungssysteme mit WRG

Veröffentlicht am 1. Oktober 2026

Wohnungslüftungssysteme mit WRG

Noch immer wird in Deutschland sehr viel Energie durch das Lüften von Wohnräumen oder Schulen, Kitas und Büros durch Fensteröffnung ver- schwendet, obwohl dies durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung vermeidbar wäre. (Foto: Vallox)

Die dena-Analyse „Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung“ zeigt in verschiedenen Szenarien bis zum Jahr 2045 erhebliche technische und wirtschaftliche Potenziale, die durch gemeinsames Handeln erschlossen werden können. Wohnungslüftungssysteme bilden eine zentrale Schnittstelle zwischen Energieeffizienz, Klimaschutz, Gesundheitsschutz und Gebäudefunktionalität.

Darauf verweisen der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V. (BDH) und der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK). Ausschlaggebend für die zukünftige Marktentwicklung von Lüftungssystemen ist die Ausstattungsquote neuer und sanierter Wohnungen. Je nach Szenario können laut Studie im Jahr 2035 rund 650.000 Wohnungen jährlich mit Wohnungslüftungssystemen ausgestattet werden.

Die Ausstattungsquote in Neubau und Sanierung kann bis 2045 von derzeit rund 16 % auf über 45 % steigen. „Die Studie zeigt eindrucksvoll, welches große Potenzial Wohnungslüftungssysteme für die Transformation des bestehenden Gebäudesektors besitzen“, erklärt Holger Thamm, Referent Wohnungslüftung beim FGK. „Dabei geht es nicht allein um Energieeinsparungen, sondern ebenso um gesunde Innenräume und das Wohlbefinden der Bewohner, den Schutz der Bausubstanz und die langfristige Werterhaltung von Gebäuden.“

Die Analyse macht deutlich, dass die Entwicklung des Marktes maßgeblich von den politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Neubauaktivität, Sanierungsrate und regulatorische Vorgaben werden entscheidend darüber bestimmen, wie schnell die vorhandenen Potenziale erschlossen werden können. Besonders bemerkenswert sind die ermittelten Einsparpotenziale: Laut der dena-Analyse kann der Endenergiebedarf eines Wohngebäudes durch den Einsatz von Wohnungslüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung gegenüber einer ausschließlichen Fensterlüftung um 19 bis 27 % reduziert werden.

Großes Einsparpotential beim Treibhausgas

Das Treibhausgas-Reduktionspotenzial beträgt im ambitioniertesten Szenario bis zu 2,3 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2045. Damit könnten Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG) rund 2 % der gesamten Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors einsparen. Darüber hinaus ergeben sich aber auch wirtschaftliche Vorteile: Die Studie weist auf sinkende Betriebskosten und eine höhere Energieeffizienz hin. Gleichzeitig unterstützen Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung den effizienten Betrieb von Wärmepumpen, da sie die Heizlast von Gebäuden reduzieren und damit zur Entlastung der immer wichtiger werdenden Stromnetze beitragen können.

Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität

Neben den energetischen Vorteilen hebt die Analyse die Bedeutung der Wohnungslüftung für Gesundheit und Lebensqualität hervor. Menschen verbringen bis zu 90 % ihrer Zeit in Innenräumen. Eine gute Raumklimaqualität unterstützt daher die Leistungsfähigkeit in Gebäuden als Lern- bzw. Homeoffice-Ort und schützt das Gebäude und seine Bewohner vor bauphysikalischen Beeinträchtigungen. Die jetzt vorgelegte dena-Studie identifiziert als wesentliche Hemmnisse für eine stärkere Marktdurchdringung die noch immer mangelnde Bekanntheit der Technologie, fehlendes Wissen über ihre Vorteile sowie regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Handlungsbedarf besteht insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Ordnungsrecht und Normung, Förderung sowie Investitionskosten.

Vor diesem Hintergrund soll die dena-Analyse nicht nur die Marktpotenziale verdeutlichen, sondern auch zu einer stärkeren Vereinheitlichung der Kommunikation beitragen. Die Ergebnisse der dena-Analyse zeigen deutlich: Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sind ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Transformation des gesamten Gebäudesektors. Sie verbinden Klimaschutz, Energieeffizienz, Gesundheitsschutz und Gebäudefunktionalität und leisten damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu einer nachhaltigen, energieeffizienten und zukunftsfähigen Gebäudebestandsentwicklung.

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