Veröffentlicht am 1. Juni 2026
„Wohnraum für alle“ lautet eine aktuelle Herausforderung die auch die Real Estate Arena bestimmt. (Foto: Messe AG)
Nach fast vier Jahren Krise in der Bau- und Immobilienwirtschaft wollen die Unternehmen die Ärmel hochkrempeln und hoffen auf ein gutes Neugeschäft. Die Bundesregierung hat zwar erste Weichen für positivere Rahmenbedingungen geschaffen, aber zum wiederholten Mal machen internationale Sicherheitslage, steigende Inflation und Energiekosten sowie Löcher in den Lieferketten die Hoffnung auf eine schnelle Trendwende zunichte.
Genau hier soll die Real Estate Arena (REA) ansetzen und von Hannover aus Signale der Entschlossenheit und des Anpackens aussenden: Die mehr als 400 beteiligten Unternehmen wollen der Gesamtstimmung und den Prognosen trotzen und am 10. und 11. Juni die Ärmel für eine bessere Zukunft hochkrempeln. Rund 8.000 Teilnehmer werden zur fünften Ausgabe der Ausstellung erwartet. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage der Bau- und Immobilienwirtschaft: Wie entstehen aus Ideen, Flächen, Kapital und politischem Willen wieder realisierbare Projekte?
„Gerade in einem nach wie vor schwierigen Markt, in dem Zeit, Kapital und Planungssicherheit entscheidend sind, ist der direkte Austausch unersetzlich und von höchstem Wert. Die REA bietet dafür einen Rahmen, in dem aus Kontakten konkrete Vorhaben werden“, sagt Inga Frauendorf, Projektleiterin der Real Estate Arena. Die Real Estate Arena bildet die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilie ab: Von Projektentwicklung und Planung über Finanzierung, Bau und Betrieb bis hin zu Revitalisierung, Rückbau und Nachnutzung. Ziel ist es, die Beteiligten zusammenzubringen, die gemeinsam Projekte schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger realisieren können.
„Es ist immer besser, miteinander zu reden als übereinander“, sagt Carolin Hegenbarth, Bundesgeschäftsführerin des Immobilienverband Deutschland IVD. „Gerade jetzt braucht die Branche den direkten Austausch zwischen Politik, Praxis und Innovation.“ Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA e.V., fügt hinzu: „Die Real Estate Arena bringt zusammen, was zusammengehört: Trends, Innovationen und Netzwerke. Für mich hat das Thema Zukunft dabei einen besonderen Stellenwert, denn: Zukunft entsteht nicht allein durch Ideen, sondern sie wird gebaut. Sie entsteht, wenn Ideen zusammengeführt und umgesetzt werden.“
REAL Future Conference setzt strategischen Rahmen
Den strategischen Rahmen setzt die REAL Future Conference, die von blackprint gestaltet wird. Auf neun Bühnen und in Keynotes, Panels, Fishbowls, Masterclasses und Projektvorstellungen rückt sie die Fragen in den Mittelpunkt, die für die Bau- und Immobilienwirtschaft 2026 entscheidend sind: Wie entstehen neue Geschäftsmodelle? Welche Rolle spielen KI, Digitalisierung und Energieintegration? Wie verändert sich der Blick auf Immobilien als Teil kritischer Infrastruktur? Und wie kommen Innovationen schneller in die Umsetzung? Mit mehr als 150 PropTechs auf der Bühne des PropTech Germany Awards macht die Konferenz zudem sichtbar, wie dynamisch sich der PropTech-Sektor weiterentwickelt.
„Die REAL Future Conference bringt zusammen, was 2026 zählt: strategische Einordnung, operative Umsetzung und die richtigen Gesprächspartner zur richtigen Zeit. Wer Innovation in den Markt bringen will, findet hier den direkten Draht zu Entscheidern aus Investment, Kommunen und Bauwirtschaft. Das schafft Tempo. Und Tempo ist auch in diesem Jahr der entscheidende Wettbewerbsfaktor“, sagt blackprint CEO und Konferenzpartnerin Sarah Schlesinger. Dabei erweitert die Konferenz den Blick über klassische Immobilienthemen hinaus. Denn Gebäude und Quartiere werden zunehmend als Teil von Versorgung, Energie, Dateninfrastruktur, Sicherheit und wirtschaftlicher Resilienz betrachtet. Auf der Bühne der REAL Future Conference stehen unter anderem NATO-Sicherheitsexpertin Florence Gaub, Bundeswehr-Oberst im Generalstab Armin Schaus, Zukunftsforscher Max Thinius und Autorin Katja Berlin mit ihren „Torten der Wahrheit“.
Wohnungsbau, modulares Bauen und Stadtentwicklung im Programm
Im Programm werden zudem konkrete Projekte für Wohnungsbau, Bestand und Stadtentwicklung vorgestellt. Dazu zählt unter anderem Europas größtes modulares Wohnquartier in Berlin, das als gutes Beispiel für serielles und modulares Bauen bei Wohnungsmangel, Baukosten- und Umsetzungsdruck diskutiert wird. Weitere Höhepunkte sind digitale Prozesse, KI-Anwendungen, neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle,
ESG, Dekarbonisierung sowie die Stadtentwicklung als Standortstrategie. Axel Gedaschko, GdW-Präsident und Vorsitzender des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft sagt: „Die Real Estate Arena steht für Austausch – entscheidend ist jetzt, dass daraus Handeln wird: Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft investiert weiter, wo es möglich ist, aber sie braucht dafür niedrigere Baukosten und eine echte Fast Lane für den Wohnungsbau. Nur so kann das Bauen in Deutschland langfristig wieder Fahrt aufnehmen.“
Der GdW und der vdw Niedersachsen Bremen bündeln auf der REA im WoWi-Quartier und auf der dazugehörigen Quartiers-Bühne erneut Themen und Partner der Wohnungswirtschaft. Auch Jörn P. Makko, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V., sieht Tempo als zentrale Voraussetzung für neuen Wohnungsbau: „Wenn bezahlbarer Wohnraum oberste Priorität hat, dann brauchen wir Entscheidungen – und wir brauchen sie sofort.“
Energie, Betrieb und Dekarbonisierung im Quartier
Energie- und Regulierungsfragen stehen ebenfalls auf dem Programm. Dazu gehören Beiträge wie „Das Gebäudemodernisierungsgesetz als Möglichmacher – Theorie trifft Praxis“ mit Alexander Renner, Referatsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und Gert W. Riegel vom Facility-Management-Unternehmen Apleona sowie ein Netzwerk-Meet-up zu Energiegewinnung, Versorgung und Speicherung.
Im Mittelpunkt des Treffens steht, wie Technologien, integrierte Systeme und neue Kooperationen dazu beitragen können, Energieversorgung, Betrieb und Dekarbonisierung in Immobilien und Quartieren besser zusammenzubringen. Christian Haferkamp, CSO von enercity, sagt: „Energiewende passiert nicht im Meetingraum. Sie passiert, wenn Menschen sich in die Augen schauen, ehrlich über Hürden sprechen und dann gemeinsam Lösungen bauen. Formate wie die Real Estate Arena bringen die richtigen Welten zusammen: Wohnungswirtschaft, Projektentwicklung, Kommunen, Technik, Finanzierung. Und plötzlich wird aus Theorie Praxis.“
Netzwerkangebote bringen Markt, Kommunen und Investoren zusammen
Für Kommunen, Projektentwickler und Investoren ist der Zugang zu verlässlichen Kontakten ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ein Schwerpunkt der Real Estate Arena 2026 liegt deshalb auf planbaren Begegnungen zwischen Markt, Kapital und kommunaler Praxis. Formate wie der Investors Lunch, themenbezogene Netzwerk-Meetups, Guided Tours und die Opening Night schaffen gezielte Kontaktpunkte, um die Akteure für zukunftsfähige Projekte zusammenzubringen. Wirtschaftsförderungen, Projektentwickler, Bauträger und PropTechs treffen hier auf Investoren, Banken und Vertreter der öffentlichen Hand.
Mit dem Themenfeld „Future Investment & Value“ rückt die REA 2026 zudem die Investorenperspektive stärker in den Fokus. So greift das Panel „Ist ESG tot? Neue Wirtschaftlichkeit, Risiken und Chancen für Immobilieninvestoren“ die Frage auf, wie sich Renditeerwartungen, Risikobewertung und Nachhaltigkeitsanforderungen in einem veränderten Marktumfeld neu austarieren lassen.
Wertschöpfungskette: von Kapital über Bau bis Betrieb
Mehr als 400 beteiligte Unternehmen bilden vor Ort die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilie ab. Dazu gehören Finanzierer, Bauunternehmen, Betreiber, Kommunen, Handelsunternehmen, Technologieanbieter und Verbände. Die Breite der beteiligten Unternehmen verdeutlicht, wie stark die Aufgaben der Bau- und Immobilienwirtschaft inzwischen miteinander verbunden sind. Projektentwicklung, Finanzierung, Energieversorgung, Betrieb, Handel, Logistik, Wohnungswirtschaft, Digitalisierung und kommunale Entwicklung greifen immer enger ineinander.
Die Real Estate Arena macht am 10. und 11. Juni 2026 in Hannover sichtbar, worauf jetzt ankommt: Tempo, Zusammenarbeit und der Wille zur Umsetzung.