Digitalisierung in der Bauwirtschaft

Veröffentlicht am 1. September 2021

Obwohl der Digitalisierungsgrad im deutschen Baugewerbe mit 52 von 100 möglichen Punkten im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben ist, sind digitale Erfolge sichtbar. Insgesamt liegen die Bauunternehmen 6 Punkte unter dem Durchschnitt. 38 Prozent der Unternehmen haben die Digitalisierung bislang in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Über alle Branchen hin-weg, liegt die Quote bei 53 Prozent. So das Ergebnis der Tele-kom Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“.

Fortschritte erzielten die Unternehmen in der digitalen Kundenansprache. Immer mehr Betriebe bringen Beratungsangebote über digitale Kanäle auf den Weg. Mithilfe digitaler Tools und Konfiguratoren versuchen Unternehmen, die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden passgenau zu erfüllen. 17 Prozent der Unternehmen setzen Online-Konfiguratoren ein. Immerhin 18 Prozent der Betriebe bieten ihren Kunden mit der Indoor-Digitalisierung einen virtuellen Einblick. Gebäude und Räume lassen sich so vor einem Vor-Ort-Termin bereits detail-liert in Augenschein zu nehmen. Insgesamt verbesserte sich die Branche bei den Kundenbeziehungen auf den Indexwert von 51. Damit macht das Baugewerbe im Vergleich zum Vorjahr ei-nen Punkt gut.

„Für den Erfolg der Bauunternehmen wird es immer wichtiger, auf die individuellen Wünsche der Kunden mit digitalen Tools einzugehen“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für Vertrieb Kleine und Mittlere Unternehmen, Partnervertrieb und Marketing bei Telekom Deutschland. „Die Befragung zeigt, dass die Baubranche den Nachholbedarf bei der Digitalisierung zumindest erkannt hat. Viele Arbeiten lassen sich ins Homeoffice verla- gern. Die Top-Digitalisierer machen es dieses Jahr vor: Sie sind krisenfester und flexibler, auch im Umgang mit der neuen Situation.“

Mehr Digitalisierung dank branchentypischer Anwendungen

31 Prozent der befragten Betriebe setzen ein digitales Bautage-buch ein. Darin sind alle Daten erfasst – von der Planung über Struktur und Ausführung bis hin zu Baufortschritt und Mängel 76anzeigen. Informationen sind digital hinterlegt und für alle Projektbeteiligten jederzeit einsehbar und verfügbar. 15 Prozent der Bauunternehmen nutzen die Methode Building Information Modeling (BIM). Mit dem Planungs- und Steuerungsmodul lassen sich alle relevanten Gebäudedaten digital erfassen, kombinieren und vernet-zen. Dank BIM sind bereits vor dem Bau digitale Simulationen möglich. Fehlplanungen lassen sich minimieren und potenzielle Mehrkosten frühzeitig identifizieren.

Geringerer Einfluss durch Corona

Im Gegensatz zu anderen Branchen ist das deutsche Bauge-werbe von der Corona-Pandemie weniger betroffen. Dennoch hat auch in der Baubranche COVID-19 die Digitalisierung an- gekurbelt. 46 Prozent der Bauunternehmen haben reagiert und ihr Geschäftsmodell sowie Produkte und Services kurzfristig angepasst. 53 Prozent der Baubetriebe verlagerten aufgrund der Pandemie viele Arbeitsplätze ins Homeoffice. Vor allem admi-nistrative und planungstechnische Aufgaben lassen sich abseits der Baustelle erledigen.

Vorteil für Top-Digitalisierer

79 Prozent der Digital Leader im Baugewerbe bestätigen, krisenresistenter zu sein, weil Geschäftsmodell und Prozesse schon zuvor weit digitalisiert waren. Von den übrigen Unternehmen zogen lediglich 42 Prozent ein ähnliches Fazit. 95 Prozent der Top-Digitalisierer im Baugewerbe gaben an, dass sie schnell und flexibel auf die Krise reagieren konnten. Branchenweit be-jahten lediglich 39 Prozent diese Frage. Rund 12 Prozent der Betriebe gaben an, pandemiebedingt die Investitionen in Digitalisierungsvorhaben 2021 reduzieren zu müssen. 7 von 10 Unternehmen gehen jedoch davon aus, ihre Investitionspläne in Digitalisierungsvorhaben unverändert um-setzen zu können. Um digitale Projekte zu forcieren, wollen 18 Prozent der Baubetriebe sogar mehr investieren.
Für die Studie befragten Analysten von techconsult mehr als 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen. Die Gesamt-studie sowie die einzelnen Berichte zu Branchen gibt es kosten-los unter .

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

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