Aufwärtstrend bei Photovoltaik

Veröffentlicht am 23. März 2022

In Niedersachsen hat der Zubau von Photovoltaikanlagen auch im letzten Jahr weiter deutlich zugenommen. Das geht aus einer Auswertung der Energieagentur KEAN hervor.

Der Zubau von Photovoltaik-Anlagen in Niedersachsen ist im letzten Jahr erneut gestiegen: Mit 455 Megawatt (MW) neu installierter Leistung im Vergleich zu 404 MW im Jahr 2020 setzte sich der Aufwärtstrend fort, so dass jetzt insgesamt knapp 5.100 MW installiert sind. Die Zahl der neu hinzugekommenen Anlagen erhöhte sich von rund 17.400 (2020) auf 25.000 (2021). Das ergab eine Auswertung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN).

Das Ausbautempo sei trotz der erfreulichen Entwicklung bei weitem nicht ausreichend, erklärte Lothar Nolte, Geschäftsführer der KEAN. Insbesondere die Bestückung von großen Dachflächen auf Firmen- und öffentlichen Gebäuden komme nicht ausreichend schnell genug voran. Die Ursachen hierfür seien vielfältig: Oftmals würden die Chancen einer günstigen Stromerzeugung und des Eigenverbrauchs nicht erkannt. Bürokratischer Aufwand und eine sehr niedrige Vergütung für eingespeisten Reststrom wirkten als weitere Hemmnisse. Die von der neuen Bundesregierung aktuell vorgelegten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ließen eine Vereinfachung und bessere Rahmenbedingungen für den PV-Ausbau erwarten.

Die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien werde in der jetzigen politischen Lage noch einmal mehr deutlich: „War PV schon in den letzten Jahren für die meisten Unternehmen wirtschaftlich interessant, um die Stromkosten zu senken, gilt das erst recht nach der aktuellen Verschärfung des Konfliktes mit Russland“, erläutert Nolte. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen in Niedersachsen bis 2040 ca. 50 Gigawatt (GW) Photovoltaik auf Dachflächen installiert sein. „Das bedeutet,“ so Nolte, „eine Verzehnfachung gegenüber der in den letzten 20 Jahren installierten Leistung in nur 18 Jahren. Dafür ist ein Turbo bei allen Beteiligten notwendig.“

10 kW-Hürde abgebaut

Von den 455 MW neuer Photovoltaik-Leistung wurde mehr als die Hälfte (231 MW) auf 24.000 kleineren Dächern mit Anlagengrößen von höchstens 30 kW errichtet. Dass davon 20.000 Anlagen von privaten Haushalten errichtet wurden, bestätigt den Aufwärtstrend der Vorjahre in diesem Segment. Zudem hat die 2021 beschlossene Befreiung von der EEG-Umlage für Anlagen bis 30 kW dazu geführt, dass die Dächer von Ein- und Zweifamilienhäusern großflächiger belegt werden.

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